Steinlechner holt Heimsieg
Der 25-jährige Tiroler gewinnt die zur internationalen hotelplanner Tour zählenden Interwetten Open 2025 und damit das zweitgrößte Turnier in Österreich / Der Steirer Lukas Nemecz holt mit dem 7. Rang einen Spitzenplatz.
Am Fuße des nebelverhangenen Dachsteins gingen heute in der Früh die Interwetten Open 2025 in die 4. Runde und somit in den Schlusstag. Ab 7.00 Uhr schlugen die Finalteilnehmer auf der Anlage des GC Schladming-Dachstein ab. Turnierdirektor Stuart Hall wollte mit dem früh angesetzten Start einer angekündigten breiten Gewitterfront, die für den frühen Nachmittag prognostiziert wurde, zuvorkommen, um eine neuerliche Spielunterbrechung wie schon am ersten Tag zu vermeiden. Was auch gelang!
Aus patriotischer Sicht lag der Fokus naturgemäß auf dem Tiroler Pro Maximilian Steinlechner, der den entscheidenden Tag des zur internationalen hotelplanner Tour zählenden Turniers mit einem Score von 16 unter Paar als Führender in Angriff nahm. Dass hinter dem 25-jährigen Innsbrucker zehn Spieler innerhalb von nur drei Schlägen Rückstand lauerten, unterstreicht die sportliche Dramaturgie des zweitgrößten Golf-Events in Österreich. Dotiert war das Turnier mit insgesamt 300.000 Euro.

HAUS,AUSTRIA,06.JUL.25 – GOLF – Interwetten Open, HotelPlanner Tour, Golfclub Schladming.
Image shows the rejoicing of Maximilian Steinlechner (AUT).
Photo: GEPA pictures/ Hans Oberlaender
Und Maximilian Steinlechner hielt dem Druck souverän stand. Der Professional gilt sowieso als nervenstark, holt seine Kraft aus einer unglaublichen Ruhe in sich selbst. So fand er auch heute immer wieder eine Antwort auf die Angriffe seiner Konkurrenten. Und die kamen zuhauf. Zum einen vom starken Italiener Filippo Celli, zum anderen von den dominanten Südafrikanern JC (steht für Juan Carlos) Ritchie und Jovan Rebula, aber auch vom Franzosen Oihan Guillamoundeguy, der so schwierig auszurechnen war, wie sein Name zu schreiben ist. Sie alle probierten alles, sie alle scheiterten an Maximilian Steinlechner, der sich drei Holes vor dem Ende mit drei Schlägen Vorsprung in der Situation befand, sich nur noch selber schlagen zu können – und es mit einem Bogey auf der 16 sogar noch einmal spannend machte. Aber selbst da wurde man das Gefühl nicht los, dass es der selbstbewusste Tiroler nur darauf angelegt hatte, die riesige und erwartungsfreudige Zuschauermenge beim abschließenden Hole 18 zu erlösen – was er wie ein echter Champ, der er in diesem Turnier eben war, mit einem Birdie erledigte. Mit Maximilian Steinlechner holte erstmals nach Martin Wiegele (2017 in Belgien) wieder ein Österreicher den Sieg auf einer European Challenger Tour.

Photo: GEPA pictures/ Hans Oberlaender

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Maximilian Steinlechner gewann die Interwetten Open 2025 beim GC Schladming-Dachstein mit 21 Schlägen unter Par vor Filippo Celli (Italien/–19), JC Ritchie, Jovan Rebula (beide Südafrika) und Oihan Guillamoundeguy (Frankreich/alle –18).
Maximilian Steinlechner: „Das ist mein größter sportlicher Erfolg bisher. Dass ich den auch noch daheim in Österreich feiern kann, darauf kann ich schon stolz sein. Dieser Sieg bringt eine Menge Punkte auf der Tour, was natürlich sehr wichtig ist. Ich habe hier vier sehr ausgeglichene Runden gespielt, hab nichts Großes probiert, dadurch auch keine wirklich großen Fehler gemacht. Das alles freut mich, ich bin aber nicht der Typ, der deshalb jetzt emotional überreagiert. So bin ich vom Naturell her nicht. Ich versuche immer, bei mir zu bleiben.“ Anmerkung: Steinlechner ist durch den Sieg in der Tour-Wertung „Road of Mallorca“ nun auf Platz 3.
Neben den Siegerscheck im Wert von 48.000 Euro durfte sich Maximilian Steinlechner auch über die damit verbundene Teilnahme an der nächstjährigen zur DP World Tour zählenden Austrian Alpine Open 26 powered by Kitzbühel Tirol freuen.
„Für den Sieg bräuchte ich schon eine Wahnsinnsrunde“, meinte Profi Lukas Nemecz vor dem Finaltag. Nun, ganz zum Wahnsinn reichte es nicht, aber eine Toprunde spielte 35-jährige Grazer allemal. Mit sechs Birdies spielte er heute fünf über Par und schob sich mit einem Gesamtscore von -16 auf den 7. Platz, also in eine absolute Spitzenposition. Lukas Nemecz zu seiner Topleistung: „Es wäre natürlich falsch, heute von einer schlechten Leistung zu sprechen. Das war insgesamt eine sehr gute Woche. Am Ende steht ein Ergebnis, das sehr guttut. Man braucht halt Top-five. oder Top-ten-Ergebnisse, um in der Rangliste nach vorne zu kommen. Von da her war das schon sehr lässig hier.“
Eine Runde mit fünf Schlägen unter Par legte auch der Linzer Florian Schweighofer ins Grün. Dementsprechend war der 21-jährige Golfprofi auch mit sich selbst wie überhaupt mit der ganzen Woche. „Ein Gesamtergebnis von –11 und somit ein 37. Platz macht mich zufrieden. Ich habe hier drei gute Leistungen abrufen können und vor allem heute eine sehr gute Runde gespielt. Das war ein sehr schönes Turnier für mich.“
Schweighofers Linzer Landsmann, der 24-jährige Christoph Bleier, zeigte heute ebenso wieder eine starke Performance. Mit vier Birdies und zwei Bogeys gelang dem Amateur eine 67-er Runde. Insgesamt findet er sich mit –9 Schlägen unter Par auf dem geteilten 49. Platz wieder. Christoph Bleier will aber mehr: „Das war nicht schlecht, aber auch nicht so gut, wie ich es gerne hätte. Ich bin da sehr kritisch. Um ehrlich zu sein, im Vorfeld habe ich mir sogar einen Top-ten-Platz vorgenommen. Dass ich den Cut geschafft habe, ist eigentlich die Mindestvorgabe. Trotzdem möchte ich aber das Turnier als positiv bilanzieren.“
Amateur Lukas Boandl konnte heute nicht an seine Form der letzten drei Tage anschließen. Mit einer Runde von 4 über Par beendete er das Turnier insgesamt mit einem Score von –5 und auf Platz 61. Der 23-jährige Burgenländer nahm es locker: „Mit der heutigen Leistung kann ich natürlich überhaupt nicht zufrieden sein. Aber was soll’s, es gibt halt solche Tage. Gesamt gesehen habe ich drei sehr gute Tage gespielt und den Cut geschafft. Da kann ich schon einiges Gutes für die Zukunft mitnehmen.“ Diese Zukunft liegt sehr nahe. Von Schladming geht es für Lukas Boandl direkt nach Ungarn zur Europameisterschaft, wo er mit einigen anderen Amateuren, u. a. auch Christoph Bleier, Österreich vertreten darf.“

Photo: GEPA pictures/ Hans Oberlaender
Mit Freude blickte auch Franz Wittmann jun. als Geschäftsführer des GC Schladming-Dachstein auf die abgelaufene Woche zurück. „Es war uns eine Ehre, die Interwetten Open 2025 auf unserer Anlage austragen zu dürfen. Wir haben all unsere Energie ins Zeug geworfen, um für die hotelplanner Tour und somit für 156 Topgolfer aus 29 Nationen ein guter Gastgeber zu sein. Das zweitgrößte Golfturnier in Österreich war für uns das bislang größte auf unserer Anlage in Schladming. Das war einen herausfordernde, aber auch eine hochinteressante und schöne Aufgabe. Sowohl für uns als auch für die Spieler gehen vier spannende Tage zu Ende. Mein Dank gilt all unseren Sponsoren, dem ganzen Team rund um mich, den Schladminger Volonteers und vor allem auch unseren fantastischen Greenkeepern, die den Spitzensportlern bei zum Teil regnerischen Bedingungen stets professionelle Bedingungen geschaffen haben.“
Last but not least gab es auch lobende Worte von Ex-Golfverbands-Präsident Franz Wittmann sen.: „Ich freue mich für meinen Sohn, dass er es geschafft hat, ein Golfturnier in dieser Größenordnung souverän über die Runden zu bringen. Das ist keine leichte Aufgabe und darauf kann er genau so stolz sein, wie ich es letztendlich auch bin.“
Am Ende steht mit den Interwetten Open 2025 beim GC Schladming-Dachstein ein Turnier, das nicht nur durch gezeigten Spitzensport in Erinnerung bleibt, sondern auch von der Abwicklung her durch unglaubliche Professionalität, aber trotzdem Bodenständigkeit gepaart mit durchwegs gelebter Freundlichkeit – also ein absolutes Turnier mit Herz.